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22. März 2015

SkyTraxx


http://knackwurstflieger.blogspot.com/2015/03/sicherheitssymposium-2132015.html

auf dem Fensterbrett
(mit den alten Lufträumen)
Es war wieder einmal an der Zeit, ein neues Männerspielzeug musste her.
Und zwar ein Vario? das alle Stück'ln spielt.

Im Juli möchte ich an einem Streckenflugseminar der Flugschule Aufwind teilnehmen, und da brauche ich das Instrument. Ich habe es mir jetzt schon gekauft damit ich mich bis dahin mit dem Instrument vertraut machen kann.


Welches Instrument? 

In die engere Wahl kamen das Flytec Element und das Skytraxx 2.0 Plus.
Beide kosten ähnlich viel (bzw. wenig, es sind Einsteiger-Geräte). Flarm ist in dieser Preisklasse leider nicht zu haben.

Beide werden vom PC als Speichermedium erkannt, so dass man keine eigene (Windows-) Software braucht um mit dem Instrument kommunizieren zu können. Das ist für mich interessant weil ich Linux verwende.

Nach einigem hin und her, lesen in den Foren, Freunde fragen, wurde es das Skytraxx.

Wie man im Forum nachlesen kann wurden immer wieder Probleme mit den Tasten und dem Display gemeldet. Das Service des Herstellers wurde gelobt weil diese Probleme schnell, kostenlos und unbürokratisch behoben wurden.

Das neue Spielzeug auspacken

Noch bevor es in die Luft geht gibt es einiges zu tun. Was natürlich Spaß macht, ich möchte ja mit dem neuen Spielzeug spielen.

Einige Einstellungen vornehmen. Das kann man händisch (mit den Geräte-Tasten) oder mit einem Texteditor machen (dank der Betriebssystem-Unabhängigkeit). Aber es gibt auch ein kostenloses SkyTraxx-Tool, abgekürzt STool. Es ist für Windows geschrieben, läuft aber auch unter Linux (mit wine). 

Stool Start-Bildschirm


Die aktuelle Firmware einspielen, fehlende Höhendaten suchen und einspielen, und die aktuellen Lufträume? einspielen. 

Die Datei die ich vom Aeroclub geladen habe und auf das SkyTraxx kopiere heißt
"Austria Airspace without MTA eff date 02042015-29042015 V1.00.txt". 
Die Luftraumdatei muss man nach dem Laden aktivieren, und dabei gibt es ein Problem:

Das Skytraxx reagiert nicht mehr und lässt sich nicht einmal mehr ausschalten. Mit einer aufgebogenen Büroklammer den Reset-Taster betätigen. Die Entwickler scheinen nach der alten der alten Programmierer-Regel vorgegangen zu sein:
"Verzichten Sie auf Fehlermeldungen, Totalabsturz sollte deutlich genug sein. "

Lösung: Die Datei umbenennen, kürzer (wie kurz?), keine blanks.
Das steht in keiner Anleitung. Und das finde ich richtig schwach. 

Eine Sicherungsleine durch die Gehäuse-Öffnung fädeln - die ist ganz schön eng, da muss ich zuerst einen Nähfaden durchfädeln mit dem ich dann die Sicherungsleine durchziehe.

Boden-Übungen

Ausprobieren ob es Geschwindigkeit und Richtung korrekt anzeigt während wir mit den Hunden spazieren gehen.

Während einer Bahnfahrt einen Track aufzeichnen und dann mit Google Earth nach-"fliegen".

Eine "Luftraumverletzung" begehen indem ich das Skytraxx auf das Fensterbrett lege - da bin ich schon in einigem drin was die Austrocontrol verboten hat.

Und dann hoffnungsfroh auf die Hohe Wand, jetzt soll das neue Spielzeug zeigen was es kann. Doch vorerst wird nichts draus. Zu bockig, zu windig, zu viel Seitenwind. Unverrichteter Dinge heim fahren.

Endlich in der Luft ...


Abheben - bing,bing! - das Skytraxx hat den Start erkannt und beginnt mit der Aufzeichnung.

Vario - wie gewohnt. Könnte man noch individuell einstellen.

"huihuihui! Airspace Information! Bing! Bing!" - mit Sprachausgabe, englisch.
Was ist jetzt los, ich fliege doch dort wo ich darf?

"TMA LOWW 6 WIEN INFO 118,525" steht am Display.
Class E, und im Luftraum E dürfen wir doch fliegen!

Richtig lästig, weil ich immer wieder die Warngrenze (auf 100m eingestellt) über- und unterschreite, und jedesmal gibt es die Warnung.

Lufträume kann man einzeln deaktivieren, auch während des Fluges.
So weit bin ich noch nicht, dass ich während des Fluges herumtippsel, noch dazu in der bockigen Thermik und bei starkem "Verkehrsaufkommen" an der Kante.
Also vor dem nächsten Start die TMA 6 deaktivieren, dann ist Ruhe.

Gelegentlich ein Blick auf Kompass, Windanzeige, AGL (above ground level = Höhe über Grund). Lauter tolle Sachen.

Landung -  bing,bing! - das Skytraxx hat die Landung erkannt, beendet die Aufzeichnung und zeigt die Daten des Fluges an. Start- und Landezeit, größte Höhe, stärkstes Steigen und Sinken (na, das war aber eine Warmduscher-Spirale?), kumulierter Höhengewinn (wenn man das zu Fuß gehen müsste...!), höchste G-Belastung und vieles mehr.

... und wieder auf dem Boden

Das Skytraxx liefert unter anderem eine kml-Datei die man in Google Earth betrachten kann. Hier ist der track und die Landschaft dreidimensional zu sehen, und man kann den Track sogar nachfliegen. Wobei der Verlauf ziemlich stark geglättet wird, die Thermik-Kreise werden vollständig ausgeblendet.

Hang gründlich poliert - Google Earth


Ich habe kürzlich das AirTome Flugbuch installiert und habe begonnen es mit Daten zu füllen. Anfangs händisch, so wie ich es mit dem papierenen Flugbuch mache.

Jetzt kann ich die igc-files importieren die das Skytraxx erzeugt.


AirTome Flugbuch

Da ist die Grafik nicht so imposant, dafür umso informativer.

Haben meine Kreise etwas gebracht (während des Fluges war ich mir da nicht so sicher)?  Ja.

Flüge vergleichen  indem ich sie synchron abfahre.

Tags vergeben wie Rückwärtsstart, Außenlandung (bis jetzt noch nicht gebraucht), guter/normaler/schlechter Flug (letzteres bis jetzt noch nicht, auch ein Abgleiter? ist ja nicht schlecht). 

Die gestrigen Flüge im Geist durchgehen - gute Beschäftigung für einen trüben Sonntag wie heute.

Nachtrag 2016 - weitere Erfahrungen 

Wie sehe ich das Gerät ein Jahr später?

Mittlerweile gibt es das SkyTraxx 3.0, das "zwei-nuller" ist aber mein treuer Begleiter bei allen Flügen. Dieser Post hier ist einer der meistgelesenen im Knackwurstflieger-Blog, deshalb ein kleines Update.

Die Lesbarkeit des Displays ist hervorragend, auch bei starker Sonneneinstrahlung. Das Display ist übersichtlich und nicht überladen so dass ich mich im Flug auskenne. Auch mit dicken Handschuhen im Winter sind die Tasten gut zu bedienen. Die Akku-Standzeit ist enorm, der Akku ist nicht leer zu kriegen (ohne Bluetooth). Wenn ich meine Tracks in den Computer überspiele ist der Akku wieder voll.

Einziger Kritikpunkt: Die Pfeile für die Windrichtung und für den Kurs zum nächsten Wegpunkt unterscheiden sich nicht sehr stark, so dass ich nie weiß welcher welcher ist. Das ist aber nicht so schlimm, weil ich es meistens aus der Situation heraus unterscheiden kann.

Die Windrichtungsanzeige ist beeindruckend: Auch bei Soaring-Flügen bei denen ich keinen einzigen Kreis geflogen bin habe ich glaubhafte Wind-Werte gesehen. Respekt!
Mit einer kleinen Einschränkung: Nicht alle Software-Versionen waren hier gleich gut. Bei fast jedem Update heißt es "Wind-Anzeige verbessert". Nicht alle Verbesserungen waren immer eine Verbesserung.

Tasks (Aufgaben) für Wettbewerbe können eingegeben werden, aber das Skytraxx ist eindeutig nicht für Wettkampfflieger gebaut. So gibt es keine Eingabemöglichkeit für die Startboje, diese wird wie ein normaler Wendepunkt behandelt. Andere Geräte haben mehr Eingabemöglichkeiten und liefern mehr Informationen, wie z.B. die optimale Geschwindigkeit zum Start (und damit den Zeitpunkt wann man losfliegen sollte).

Entgegen anders lautender Gerüchte zeigt das SkyTraxx die optimierte Linie (zumindest in der Anleitung ist es so beschrieben), andere Geräte zeigen die optimierte und die nicht optimierte Linie - letzteres kann in manchen Fällen interessant sein, sofern man mit so viel Information überhaupt etwas anfangen kann.

Um in die Wettbewerbsfliegerei hinein zu schnuppern oder ab und zu bei einer Vereinsmeisterschaft mitzufliegen bietet es allemal genug Funktionalität und überfordert den Anfänger nicht. Bei den (einfachen) Bewerben die ich bisher geflogen bin war das SkyTraxx das meist-verwendete Instrument.

Nachtrag 2017 - Das Ding spinnt

Vorigen Herbst bei der Meisterschaft der Vereine habe ich ein seltsames Phänomen erlebt: Am zweiten Tag war der erste Wegpunkt, den ich für die Eingabe des Startzylinders gebraucht hätte, weg. Auch ein neues Übernehmen der Wegpunkte aus der (korrekten) Wegpunktdatei half nichts.

Es war nicht so schlimm, es war sowieso ein elapsed time race, und den Start über dem Berggipfel konnte ich auch so abschätzen.

Heuer beim NC-Trainingscamp hat ein Kollege das gleiche Problem gehabt.

Wegpunkte in 0m und 30794m Seehöhe?
Aber mich hat es heuer noch ärger erwischt:
Beim Eingeben und überprüfen des Tasks war noch alles in Ordnung, in der Luft hat es mir 5432km Distanz zum nächsten Wendepunkt angezeigt, Task-Länge 53249km.

Auch dieser Fehler ist nicht unbekannt, jemand anderer hat das gleiche erlebt. Angeblich passiert es wenn man den task erst in der Luft aktiviert, ich bin mir diesbezüglich aber keiner Schuld bewusst.

In der Luft habe ich den Task erneut aktiviert um das Problem zu beheben, das hat aber nichts gebracht.
Der Fehler ist am nächsten Tag nicht mehr aufgetreten.

Die Firmware-Version ist 1.68. Mittlerweile gibt es 1.69, über diesen Fehler steht im Change-Log allerdings nichts. Version 1.69 soll nur ein Kompatibilitätsproblem beim Bluetooth beheben. .

Skytraxx hat auf meine Anfrage prompt reagiert. Es handelt sich um einen Fehler in der Software, der erst behoben werden muss. Ich solle darauf achten dass in der Wegpunktdatei keine Umlaute vorkommen und dass im Task-Namen keine Umlaute vorkommen. Beides ist nicht der Fall. Wenn Umlaute in der Wegpunktdatei wären und wenn das die Ursache wäre dann hätten viele Piloten dieses Problem haben müssen.

Ich werde weiter berichten.


Links




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