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6. Januar 2022

Winter 2021/2022




Ein paar Tage vor Weihnachten, ich sitze im Labor an der TU und versuche den Fehler in einer Elektronik zu finden. Aber was auch immer ich anstelle, ich rüttle an allen Steckern, mache da und dort absichtlich einen Kurzschluss, nichts hilft, das Ding funktioniert. Und draußen ist Kaiserwetter. 

Wenn es heute offensichtlich läuft, dann könnte ich doch fliegen gehen! Gedacht, getan. Ein Blick auf den Windfinder, heute sieht es tatsächlich perfekt aus! Flugausrüstung packen und auf "die Wand"!

Es ist schon ein Schirm in der Luft und kann sich, entgegen der Alptherm-Prognose, halten. Auf dem Startplatz ist auch schon einiges los. Unten +2°, oben -2°, da muss es gehen!

Einmal zum Herrgottschnitzer-Haus und zurück. Die "Sender-bis-Sender-Tour" , also zum Plackles. Am Rückflug um die Große Kanzel kämpfen wir zu dritt gegen den Ostwind (also ich habe gekämpft, für die Kollegen war es wahrscheinlich ein Klacks). 

Geschafft. Landen gehen? Nein, noch einmal Herrgottschnitzer-Haus und zurück. 

Hier unsere Flüge auf xcontest

Am nächsten Tag geht es wieder! Aber diesmal habe ich kalte Finger obwohl es nur 1° kälter ist. Ich gehe schon nach einer halben Stunde landen. 

Silvester-Treffen

Die Wetterberichte haben übereinstimmend Westwind vorhergesagt, also war an ein Fliegen nicht zu denken. Auch die Wetterstationen auf Rax und Schneeberg zeigen sich mit den MeteorologInnen solidarisch und melden völlig unfliegbaren Wind. Aber die Windmesser und Windfahnen zeigen, ebenfalls übereinstimmend, leichten Ostwind an. Anfangs trauen wir der Sache nicht. Ostwind, das kann nur ein Lee-Rotor sein. 

Peter Behofsics ist der erste, der seinen Schirm auslegt. 

Begleitet von Warnungen, Ratschlägen und Scherzen macht er sein Fluggerät startklar und zeigt einen perfekten Start. Niemand, auch er selbst nicht, hat damit gerechnet dass es mehr als ein Abgleiter werden würde. Aber er beendet seinen Flug mit einer Toplandung. Von da an gibt es kein Halten. Wer seinen Schirm trotz der widrigen Wetterprognose mitgebracht hat, schwingt sich in die Lüfte und wird mit einem Genuss-Flug belohnt. 

Ich war einer derjenigen die die Flugausrüstung zu Hause gelassen haben. Macht auch nichts, man kann sich ja auch mit den anderen und für die anderen freuen. Fliegen ist wie ..., zuschauen ist auch schön😜 

So wie das Jahr 2021 geendet hat, darf es 2022 ruhig weitergehen! 

Und das tut es auch. 

Jänner und Februar 2022 

Soweit man es bisher beurteilen kann, gibt es diesen Winter zwar weniger fliegbare Tage "auf der Wand", aber bessere. Stundenlang in der Thermik fliegen, das kenne ich aus früheren Wintern nicht. 

Wenn am Südstart nichts los ist, fühlen sich die Steinböcke wohl und lassen sich nicht stören. Nicht einmal vom Absperrseil. Die meisten wissen schon wie tief sie den Kopf senken müssen um nicht mit den Hörnern hängen zu bleiben.  

Dem Winter durch eine Reise in den Süden geflohen - weit südlich war es ja nicht, und richtig entflohen sind wir ihm nicht, denn in Meduno war es kalt. Zurück gekommen stellten wir fest: Wozu in die Ferne schweifen, auf der Hohen Wand geht es genauso gut. 

März

Bei März denkt man eher schon an das Frühjahr, aber es ist kälter als es den ganzen bisherigen Winter war. In den ersten 5 Märztagen gibt es in Wien mehr Frostnächte als im ganzen Februar. 

Die Höhlentour des Soaringclub Hohe Wand bietet eine ganz neue Perspektive auf unser Heimatrevier. 

Gruß aus der Wüste

Mitte März zeigt sich der Himmel trüb und seltsam gelblich gefärbt. Nach einem kurzen Regenschauer sind die Autos gesprenkelt. Der Grund: Sand aus der Sahara. Was bedeutet das für das Fliegen? Der Sand dämpft die Sonneneinstrahlung, also ist nicht mit starker Thermik zu rechnen. Andererseits stimmt der Gradiant?, was die Thermik-Entstehung wieder begünstigt. Die Kombination dieser beiden Faktoren sorgt für sanfte und butterweiche Thermik, ähnlich der Abendthermik. 

Der trübe Himmel wirkt gespenstisch. 

Der zeitweise starke Ostwind sorgt für Lee?-Bereiche hinter den Felsvorsprüngen der Hohen Wand, wo man sich nur allzu leicht versenken und eine ungeplante Hike-and-Fly-Tour antreten kann. 





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