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21. Juni 2012

Gin Yeti

Welchen Schirm soll ich nehmen?
Die Qual der Wahl!

Der Montana hat seine Thermik-Qualität bewiesen, der ION2 hat mich beeindruckt, der Hike ist sehr angenehm zu fliegen, mit dem Falcon habe ich meinen bisher schönsten Thermikflug gehabt, Sky-Schirme gelten als Geheimtipp, der Vita hat eine gute Gleitleistung,....

Und dann gibt es noch etliche die in mein Beuteschema passen und die ich noch nicht probefliegen konnte.

Am liebsten hätte ich sie alle!


Um die Auswahl einzuschränken setze ich zwei Prioritäten
  • Sicherheit, also ein reiner "Einser" bzw. EN-A (*)
    weil ich in der Thermik fliegen will und nicht nur abendliche Abgleiter machen will, und
    damit ich dem Petrus sagen kann: Was willst', es war eh ein einser-Schirm ;-)
  • Gewicht
    Ich weiß zwar nicht wie oft ich zu Fuß auf einen Berg gehen werde um herunter zu fliegen, aber ich will wenigstens die Möglichkeit dazu haben.
und wähle aus den Schirmen die ich bereits ausprobiert habe.

Da bleibt der Gin Yeti übrig.
Mit 3,4 kg ein wirkliches Leichtgewicht, ummantelte Leinen die sich nicht so leicht verheddern und durch ihre Farbgebung leichter zu sortieren sind. Der Schirm ist  nach EN-Norm durchgehend "A"-qualifiziert. Hans hat mir sehr zur Größe "S" mit 26 Quadratmetern geraten. Voll ausgerüstet bringe ich exakt die erlaubten 90kg auf die Waage, also darf ich kein Kilo zunehmen!

Möchtest du noch ein Stück Torte? Hmmm ...26qm....na ja, bitte ein kleines. Aus Sorge, nicht mehr unter meinen Schirm zu passen habe ich gleich 3kg abgenommen.

Übrigens hat mir GIN diese Sorge nachträglich abgenommen, der Yeti kann gewissermaßen "mitwachsen":
Good news for mountain adventurers--our long-successful lightweight wing, the Yeti, is now certified EN B for a higher maximum weight in sizes 24 and 26.
(Siehe http://www.gingliders.com/home/new-extended-weight-range-for-the-gin-yeti/ )
Wenn ich einmal besser fliegen kann, mehr Dynamik wünsche und mit einen "B"-Schirm zufrieden bin, dann darf ich auch zunehmen und/oder mehr Gepäck mitnehmen - und auch dann ist er noch ein low-level-B mit nur zwei B's im Zertifikat. Bitte ein noch ein Stück Torte, und zwar ein großes!

Eine kleine Überraschung beim Auspacken: Auf der Homepage hat er - auf meinem Monitor - gelb ausgesehen. Im Sack ist ein grüner Schirm. Schnell eine Kontrolle was am Flügelohr steht - es ist wirklich ein Yeti. Im mitgelieferten gedruckten Prospekt sieht man dass er grün ist. Gefällt mir eh'.

Der Yeti wird in einem hübschen, praktischen und leichten Rucksack geliefert. Der Zusammenhang mit dem Paragleiten ist mir nicht klar: Der Schirm passt zwar hinein, Gurtzeug (mit Protektor) und Retter sicher nicht. Also für Leute die ohne Protektor und Retter fliegen, aber nicht für mich. Zum Wandern habe ich diesen Rucksack sehr gern.

Erste Probeflüge mit dem neuen Schirm auf dem Übungshang in Kettenreith.  Das Aufziehen muss man mit einem leichten Schirm erst wieder verlernen. Anreißen und hochzerren wie mit einem "normalen" Schirm hat er gar nicht gerne, er will lieber zart und gefühlvoll nach oben geführt werden. Im Scheitelpunkt angekommen lässt er mir eine gefühlte Ewigkeit für einen sorgfältigen Kontrollblick und eventuelle Korrekturen.

Dann geht es auf die Hohe Wand in die bockige, knackige Thermik. Und da ist mir alles andere als langweilig, auch ein "Einser" will geflogen werden.
Außerdem stelle ich fest dass der Yeti in der Thermik anbeißt, also beim EInfliegen in den Aufwind leicht nach vorne nickt.

Fliegerkollegen sind immer wieder vom Starthandling und von der Drehfreudigkeit des Schirms beeindruckt - wenngleich das Thermik-Magazin unlängst anderer Meinung war (Thermik-Sonderheft Hike&Fly 2012/2013).

Die Foto-Ausbeute ist noch nicht so groß und für normal denkende Menschen schaut er sowieso aus wie jeder andere Schirm ;-)
Hier die ersten Bilder, weitere reiche ich nach.

Leichte Schirme muss man auch bei leichtem Wind
schon rückwärts aufziehen

Landeanflug am Fuß der Hohen Wand
(man beachte den grünen Schirm)
So, jetzt gibt es auch ein paar Fotos:







Übrigens:
Namensgeber der Marke war nicht der Wacholderschnaps sondern der Koreanische Wettkampfpilot und Gleitschirm-Designer Gin Seok Song, Gründer des Unternehmens


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