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16. Juni 2012

Hohe Wand

Der Geologie des Wiener Beckens verdanken wir einen (im wahren Sinn des Wortes) herausragenden Flugberg: Die Hohe Wand.
    Die lange, frei angeströmte Felskante ist ideal zum soaren. Große Landewiesen in der Ebene, also ohne gefährliche Talwinde. 500m Höhenunterschied (wichtig für Flugschüler). Und das ganze in der Nähe von Wien.

    Bild anklicken: Die Punkte am Himmel sind nicht
    Schmutz auf der Windschutzscheibe
    sondern Paragleiter!



    Der einzige Haken: Das wissen die anderen auch. Wenn der Aufwind schwach ist und sich alles an der Felskante zwischen Skywalk und Almfrieden tummelt  kann es in der Luft es ganz schön eng werden, so dass manche diesen Berg am Wochenende meiden.



    Die Flugschule Fly Hohe Wand ist bisher die einzige Flugschule die ich kennengelernt habe bei der man als Anfänger in der Thermik fliegen kann. Im Frühjahr, zu Mittag. Bockige, knackige Thermik. Das haben auch Leute gesagt die es besser beurteilen können als ich. Ich habe noch kein Vario, aber andere Piloten haben letztens von Steigwerten von 7m/s gesprochen. Auch Tandem-Flüge zum Erlernen des Thermikfliegens mit allen Tricks werden angeboten.

    Ich schraube mich hoch bis der Skywalk und der Gasthof Postl winzig klein unter mir sind .... sau-geil!!!!!

    Vom Landeplatz kommt man per Autostopp oder mit dem Flugschul-Bus wieder hinauf.
    Auf diesem Weg noch einmal danke an alle Autofahrer die mich und andere Autostopper mitgenommen haben! 

    Hier eine Foto-Serie von der Hohen Wand:
    2012-03-17-Hohe-Wand

    Ich habe mich auf der Hohen Wand schon einmal verflogen. Nicht richtig verflogen, ich habe zu wenig Höhe gehabt ("abgesoffen") und war mir nicht sicher ob es sich noch bis zum Landeplatz ausgeht. Unter mir war so eine schöne, einladende Wiese.

    Der kleinlaute Anruf beim Fluglehrer: "Ich hab eine Außenlandung gebaut". "Wo bist denn?" "Weiß ich nicht".

    Aber er hat es sich denken können wo ich bin. Wie ich zur Straße gekommen bin hat er schon mit dem Flugschul-Bus und lauter grinsenden Fliegerkollegen gewartet. "Ja ja, so lernt man die Wand kennen." "Du, normalerweise trägt man den Schirm hinauf, nicht hinunter". "Ja ja, wer den Schaden hat spottet jeder Beschreibung".

    Besonderheiten und Sicherheit:


    • Abgestufte Maximal-Flughöhen, siehe ICAO-Karte (Karten-Ausschnitt in Fluggebiets-Infos des Soaringclub Hohe Wand).
    • Letzter Bankomat vor der Hohen Wand ist in Stollhof 
    • Die Tageskarte ist im Gasthof Postl um € 5,- erhältlich und vor Benutzung der Start- und Landeplätze zu kaufen. Schüler der Flugschule Fly Hohe Wand müssen keine Tageskarte kaufen. Für Vielflieger empfiehlt sich die Mitgliedschaft beim Soaringclub
    • An Wochenenden ist bei der Mautstelle sowohl die Maut für die Straße als auch die Eintrittsgebühr für den Naturpark zu bezahlen. Theoretisch müsste man für jede Auffahrt zahlen (vom Landeplatz Maiersdorf fährt man an der Mautstelle vorbei), praktisch gibt es Verhandlungsspielraum.....
      Steinböcke am
      Völlerin-Steig

      Für Stammgäste gibt es eine Jahreskarte.
    • Der einfachste und direkteste Anstieg zu Fuß geht über die Völlerin. Vom Übungshang (bzw. Landeplatz in der ersten Kehre der Straße) mit etwas Kondition und einer leichten Ausrüstung in 30min bis zum Postl. Der gesamte Aufstieg von der Maut zum Oststartplatz ist also in einer knappen Stunde zu schaffen. Der grünen Markierung und den Wegweisern "Völlerin" folgen.  Ein paar Drahtseile zum Anhalten, eine Höhle (bzw. eher ein großer Klemmblock).
    • Ich habe zufällig einen noch einfacheren aber etwas längeren Weg gefunden:
      Von der 1.Kehre den Wandfuß-Steig bis zur Galerie,
      Unter der Galerie ein kurzes Stück auf der Straße bis zur 2.Kehre, ,
      über eine Stiege hinauf
      links halten zum (ehem.) Gasthaus Almfrieden
      Wanderweg entlang der Kante zum Postl.
      Der Weg ist nicht markiert. Im Abstieg wäre er interessant, Vom Almfrieden hinunter ist er nur als ausgetretene Spur im Gras zu erkennen. 
    • Der Oststartplatz ist zu empfehlen. Vorsicht vor Rotoren bei südlichem Wind (steht eh auf der Informationstafel).
    • Der Südstart neben dem Skywalk (Drachen-Startplatz) und der Südoststart beim Gasthaus Almfrieden befinden sich über steilen Felsabbrüchen und sind daher nur sicheren Startern zu empfehlen
    • Achtung! Wenn der Wind nicht frontal auf die Wand auftrifft (SO-Wind) sondern an ihr entlang streicht (S..SW-Wind, O..NO-Wind), merkt man zwar am Startplatz nichts aber es bilden sich gefährliche Rotoren an den Felsvorsprüngen. Die Paragleiter achten sehr aufmerksam darauf ob man in beide Richtungen gleich schnell die Wand entlang fliegt oder in eine Richtung merklich Gegenwind hat. Dann ist eine solche Situation zu befürchten. Der Bereich des Skywalk ist deshalb eine gefahrenträchtige Stelle. 
    • Eine Hochspannungsleitung in der Nähe des Hochkogelhauses ist gut sichtbar und daher leicht erkennbar. 
    • Der einfachste Landeplatz ist bei Maiersdorf, auch wenn es von hier nicht so viele Mitfahrgelegenheiten gibt. Ortskundige parken vorher ein Auto am Landeplatz oder schauen aus der Luft ob dort Autos geparkt sind, dann fliegen sie den Landeplatz an. Dieser Landeplatz bietet eine Höhendifferenz von 520m vom Oststartplatz.
    • Die Landung auf der Wiese bei der Maut bietet sich wegen der guten Autostop-Möglichkeit an. Auf die Straße und eine (isolierte Niederspannungs-) Stromleitung muss man achten. In die Leitung ist noch niemand hineingeflogen - obwohl es sonst nichts gibt wo die Leute nicht hineinfliegen (Zitat Wolfgang Pollack). Die Wiese steigt in Stufen an, es kann leicht sein dass es im Landeanflug noch einmal hebt und die Landeeinteilung über den Haufen geworfen wird.
    • Vor dem Landeplatz in der ersten Kehre der Mautstraße wird wegen Turbulenzen und wegen der Geländeform gewarnt, außerdem ist auf eventuellen Übungsbetrieb zu achten.
    • Achtung! Der Toplandeplatz sieht einfach aus, wird aber oft unterschätzt. Es gab schon etliche Unfälle hier. Der geographische Name des Toplandeplatzes ist "Lange Wiese".
    • Offiziell sollte Linkslandevolte geflogen werden, ich habe aber noch nie eine links- (oder rechts-) Landevolte gesehen. Auch die Flugschule empfiehlt Abachtern. Im Osten samma halt a bissl schlampat...

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