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28. Februar 2017

Sandlovers in Namibia




Sonja und Michael von der Flugschule Fly Hohe Wand lieben Namibia, sie haben sogar in Namibia geheiratet. Wie andere Flugschulen organisieren sie Reisen nach Namibia.

Michael hat mir beim Sommerfest auf der Hohen Wand von der letzten Namibia-Reise vorgeschwärmt.
Eva und ich haben uns schon länger für Namibia interessiert, wir sind dabei!

Wir ParagleiterInnen kennen einander vom Soaring Club Hohe Wand. Maria, Natascha und Eva begleiten uns.

Warum fährt man in der heißesten Zeit auf die Südhalbkugel?
Weil es zu dieser Zeit gut zu fliegen ist. Im (dortigen) Sommer herrscht tendenziell Westwind, im Winter Ostwind und der ist genau verkehrt.

Erindi zum Ankommen 

Nach 10-stündigem Flug kommen wir in Windhoek an, übernehmen die Leihwägen und rumpeln über staubige Pisten zum privaten Schutzgebiet Erindi.

In der luxuriösen Lodge können wir Flusspferde und Krokodile von der Terrasse an einem Wasserloch beobachten. Wir sehen auch Watvögel die wir aus dem Seewinkel kennen. In der Früh nehmen wir an einem Game-Drive teil, wo wir unter anderem Löwen, Elefanten, Oryx, Giraffen, Kudus und Springböcke sehen können.










Allgegenwärtig im ganzen Land sind die Webervögel die, je nach Art, einzelne Nester oder riesige Gemeinschaftsnester bauen.

Webervogel (Maskenweber) am Nest

Nest des Siedelwebers






















Es ist Regenzeit. Normalerweise ist es auch in der Regenzeit sehr trocken, aber heuer ist es ungewöhnlich grün. Da es so grün ist und die Tiere auch abseits des Wasserlochs Nahrung finden, ist die Foto-Ausbeute geringer als in anderen Jahren. Andererseits bleibt uns die große Hitze erspart, während der ganzen Reise hat es nie über 30°.







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Swakopmund und Umgebung

Es geht wieder über Schotterpisten nach Swakopmund. Wir bekommen unterwegs eine Dusche in Form kurzer aber heftiger Regeschauer ab. Für die Gebietskenner ist das überraschend.



Unterwegs gibt es noch einen Abstecher nach Henties Bay wo wir unsere Schirme auspacken und an der Küste soaren?. In Swakopmund sind wir die erste Woche im einfachen aber netten und gemütlichen Hotel Prinzessin Rupprecht untergebracht. 
Das Stadtzentrum ist bequem zu Fuß zu erreichen.

Der Atlantik ist durch den kalten Benguela-Strom ungewöhnlich kalt, und der vom Meer wehende Westwind sorgt für angenehme Temperaturen in Küsten-Nähe. In der Früh ist es meistens neblig, zu Mittag kommt die Sonne heraus. 
Maria, Natascha und Eva unternehmen Ausflüge in der Umgebung. Den ersten Tag widmen sie dem Museum, ein must-see. Mit dem Schiff besuchen sie eine Robbenkolonie und nehmen an einer "Living Desert" Exkursion teil. Der Führer zeigt ihnen versteckt lebende Tiere wie Schlangen, Geckos und ein Chamäleon. Sie sehen die Welwitschia mirabilis, eine Pflanze die Jahrtausende alt werden kann.





Living Desert Tour

Wer findet die Sidewinder-Schlange?

Hier ist sie!

Gottesanbeterin


Shovel-Snouted Lizard

Chamäleon
Palmato Gecko

Mondlandschaft

Welwitschia mirabilis
Welwitschia mirabilis

Schwarzes Dolerit-Gestein ist durch vulkanische Aktivität entstanden als der Urkontinent Gondwana auseinanderbrach und das heutige Afrika entstand. Richtig altes Land.


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Dünen-Training 

Vom Stadtzentrum in Swakopmund sieht man (wenn es nicht zu neblig ist) die Dünen die sich entlang der Küste erstrecken. Schirm aufziehen, groundhandlend? die Düne hinauf laufen, dabei den Schirm senkrecht stellen und sich vom zeitweise recht starken Wind ziehen lassen. Jetzt kommt mir das Training vom Spitzerberg sehr zugute.




André
Peter
Unser Guide ist André Bucher. Er stammt aus Tirol, ist seit 1986 Paragleiter und lebt seit 27 Jahren in Namibia.

Ebenfalls aus Tirol kommt Peter. Er war schon oft in Namibia und begeistert uns mit souveräner Schirmbeherrschung.











Die Dünen entlang soaren?. Mit etwas thermischer Unterstützung können wir den Dünenkamm überhöhen? und den Blick über das Dünenmeer genießen.




erschöpft

Ich genieße es etwas zu sehr und gerate zu weit an den Dünenkamm heran. Eine unfreiwillige Toplandung?, dann schleift mich der Schirm durch den Sand. Bis ich endlich die C- und D-Tragegurte? erwische bin ich schon über den Dünenkamm. Das kostet eine Runde. Das ist nicht Schikane oder Scherz, denn es ist nicht ungefährlich ins Lee? verblasen zu werden. So sind schon schwere Unfälle passiert.

Aber wenn man ein bisschen aufpasst, allein schon um keine Kollision zu bauen, dann ist's ein riesen Spaß! In "Ameisenkniehöhe" über den Sand fegen, mit den Füßen im Sand schleifen, und wenn man versehentlich den Boden berührt ist es auch kein Problem. 
Das Ziel des Dünentrainings ist es, auf der Himalaya-Düne in Sossusvlei fliegen zu können. Diese soll sehr anspruchsvoll sein. Der Wind kommt dort meist - bergauf blickend - von links, also muss man sich beim Rückwärtsstart? links ausdrehen. Ich drehe mich immer rechts aus, und muss jetzt das links-ausdrehen üben.
Das ist die Hölle. Schlimmer als damals beim Erlernen des Rückwärtsstarts. Schlimmer als der Linksverkehr. Ich schärfe mir ein: links ausdrehen, links ausdrehen, liiiiinks! - Erst wieder verkehrt!
Am nächsten Tag klappt auch das links-ausdrehen. Die Probe aufs Exempel, also das Befliegen der Himalaya-Düne, sollte aber nicht stattfinden. Dazu später mehr.
Apropos Rückwärts-Start: Ausgehebelt werden, unfreiwillig abheben und sich unkontrolliert ausdrehen lassen ist (nicht nur) auf der Düne ein no-no. Das Aushebeln lässt sich mit den C- und D-Tragegurten verhindern. Wir heben absichtlich rückwärts ab und stallen? den Schirm über die Tragegurte. Man kann auch rückwärts abheben und über die Tragegurte verhindern ausgedreht zu werden. Das Ausdrehen erfolgt dann kontrolliert in ein paar Metern Höhe. Eine neue Bedeutung des Wortes Rückwärtsstart!

Der Sand ist überall, vor allem zwischen Ober- und Untersegel?. Regelmäßig müssen wie die Schirme "entsanden". Ein Punkt der für Single-Skins? spricht...

Schwarze Sandkörner (Magnetit Fe3O4) sammeln sich an den Magneten der Bremsgriffe?. Interessant, aber lästig.










Martin hat einen Flug aufgezeichnet:


Ausflüge nach Sandwich Harbour (wo wir auch fliegen) und in die Mondlandschaft unterbrechen die Trainings-Routine.




ausschaufeln und anschieben!


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Nach Sossusvlei über "Valley of a 1000 Hills" und Solitaire

Auf der langen Fahrt nach Sossusvlei übernachten wir im "Valley of a Thousand Hills" wo wir einen grandiosen Sonnenuntergang sowie eine beeindruckende Morgenstimmung genießen.



Aloe dichotoma, der Köcherbaum




Die Fahrt wird außerdem durch eine Rast in Solitaire aufgelockert, wo es Apfelstrudel zu kaufen und dekorativ ausgestellte Autowracks zu sehen gibt. Entfernungen in Namibia sind groß. Obwohl wir fast täglich mehrere Stunden fahren nimmt sich unsere Route auf einer Namibia-Karte bescheiden aus.






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Sossusvlei - Dünenfliegen und ein Behördentermin

„Sossus“ bedeutet übersetzt „blinder Fluss“. "Vlei" (Aussprache: [fləi]) kommt vom Wort valley und bezeichnet auf Afrikaans eine flache, abflusslose und zeitweise mit Wasser gefüllte Senke ähnlich den Lacken im Seewinkel. Vleis werden auch als "Pfannen" bezeichnet.

Ab jetzt wohnen wir in den Zelten. Teilweise Dachzelte die auf den Mietwägen installiert sind, teilweise Zelte die André zur Verfügung gestellt hat.


Camp im Schatten eines riesigen Kameldornbaums

Die Wüste ist wie ein aufgeschlagenes Geologiebuch. Der Sesriem Canyon schneidet sich durch die verschiedenen Gesteinsschichten. Nicht dass die Geologie bei uns in Österreich weniger interessant wäre, aber bei uns ist das Gestein von Erde und Vegetation überdeckt.



Die berühmte "Düne 45" ist vor allem deshalb bei Wanderern beliebt weil sie die einzige Düne ist zu der man mit dem Auto fahren kann. Wir besteigen die Düne und genießen die Abendstimmung.





Am nächsten Tag fliegen wir an der nächsten Düne die über einen kurzen Fußweg zu erreichen ist und überlassen die Düne 45 den Wanderern. Wir wollen ihnen nicht die Fotos verderben.





Trotzdem werden wir zur Polizeistation zitiert. Nach einem Gesetz aus dem Jahr 1975 (bevor es überhaupt Paragleiter gab) ist das fliegen unter 150m über Grund verboten da man Vögel verletzen könnte. Dank André's Verhandlungsgeschick müssen wir keine Strafe zahlen. Die letzten Jahre bzw. Jahrzehnte konnte man hier problemlos fliegen. 
Auf den Flug an der 300m hohen Himalaya-Düne verzichten wir, ein zweites Mal würde die Behörde wohl kein Auge zudrücken.
Wir brechen vor Sonnenaufgang auf um ins Hidden Vlei zu wandern. Hidden Vlei ist von einer Gipsschicht bedeckt die ein regelmäßiges Muster von Trockenrissen aufweist. So früh am Tag sind wir die einzigen Menschen und können die Ruhe genießen. Einfach nur sein und nichts tun. Dieser Ort ist magisch!





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Naukluft und Kuiseb

Auf der Fahrt betrachten wir sehnuchtsvoll die "Bummerln" (Kumuluswolken) unter denen wir wunderbar aufkurbeln könnten....

Im Naukluft Park (von Afrikaans "Nau Kloof" = "Enge Schlucht") baden wir in natürlichen Becken die von Karstformationen gebildet wurden. Am Campingplatz achten wir darauf dass uns die Affen keine Streiche spielen, aber die Sorge war unbegründet weil die Affen gar nicht da sind. Bei der ungewöhnlich feuchten Witterung sind sie wo anders hin gezogen.




Auf dem Kuiseb-Plateau haben sich zwei Geologen versteckt um dem zweiten Weltkrieg zu entgehen. Das Buch "Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste" von Henno Martin ist lesenswert. Wir besuchen ihr Versteck unter einem Fels-Überhang.








Grillmeister André zaubert Rindersteaks für die ich jede Oryx in der nobelsten Lodge stehen lassen würde!


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Zurück in Swakopmund - um die Wette fliegen!

Dann kehren wir nach Swakopmund zu "unserer" Düne zurück.
Die Swakop-Mündung ist ein Paradies für Flamingos und andere Wasservögel. .



Eva kauft ein Geologiebuch, anhand dessen wir zu Hause das Gesehene in einem ganz neuen Licht sehen werden und Antworten auf Fragen finden werden die uns die ganze Zeit unterschwellig im Kopf herumgegeistert sind. (...hätten wir vorher tun sollen...)

Am letzten Tag findet ein Wettbewerb statt. Le-Mans-Start, also Gurtzeug ausziehen und im Sonnenzelt sitzend auf das Startzeichen warten. Zum Schirm laufen, Gurtzeug anziehen und eine Strecke zwischen zwei Wendepunkten (bzw. -Linien) groundhandlend oder fliegend zurücklegen. Die Strecke muss zweimal zurückgelegt werden. Ziel ist wieder im Zelt. 
Ich erwische den Start gut und liege an der ersten Wendemarke weit in Führung. Ich war von der Idee eines Wettkampfes nicht begeistert, aber jetzt packt mich die Euphorie! Claudio hat aufgeholt und ist mir hart auf den Fersen. Ob er mich beim Landeanflug überholt hätte werden wir nie erfahren denn dann geschieht etwas womit niemand gerechnet hat:
In der Hitze des Gefechts habe ich mich verzählt und lege die Strecke ein drittes Mal zurück. Claudio ist der Gewinner der Dünensau.


Gratuliere, Claudio!



Namibia ist ein großartiges Land! Eva und ich haben schon einige Wüsten bereist und sind von dieser Wüste beeindruckt. Das Fliegen hat Spaß gemacht und ich habe viel dazu gelernt. Wir haben Glück mit dem Wetter gehabt und konnten immer fliegen, was nicht selbstverständlich ist. 
Danke Sonja und Michael für euer Engagement und die Organisation!
Danke André dafür dass du deine unschätzbare Erfahrung weitergibst!
Danke Peter für deine Hilfsbereitschaft und deine vielen guten Tipps! 

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Links und Praxis-Tipps


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